Josef

Das Ziel

Die Geschichte von Josef kennen lernen; entdecken, was es heißt, Gott auch in schwierigen Zeiten zu vertrauen; über Familienstreitigkeiten nachdenken; sich mit dem Thema von Gottes Erlösung auseinandersetzen.

Der biblische Hintergrund (1. Mose 37–50)

Die Geschichte von Josef hat sehr viele Komponenten. Ein Teil davon sollte in den Kreativangeboten erarbeitet werden, so dass die Geschichte
in der Andacht vertieft und die Anwesenden mit einbezogen, anstatt von vorne angepredigt werden. Achten Sie darauf, dass die Gestalten
für Kinder und Erwachsene lebendig werden, damit sie die Zusammenhänge zwischen dieser alten Geschichte und ihrem eigenen Leben erkennen. Sie können zum Beispiel sagen: «Ich frage mich, ob jemand hier ist, der schon einmal auf seinen Bruder oder seine Schwester eifersüchtig war? Ich frage mich, ob jemand schon einmal so böse auf einen anderen war, dass er ihn am liebsten umgebracht hätte? Habt ihr euch jemals überlegt, was Gott für einen Plan für euer Leben haben könnte?
Hattet ihr schon jemals das Gefühl, Gott hätte euch im Stich gelassen?» …

Das Essen

Kartoffeln in der Schale

Stellen Sie Salat, Käse, Bohnen und Thunfisch in Schüsseln auf den Tisch, so dass sich jeder bedienen kann. Bringen Sie die Kartoffeln aus
der Küche. (Bohnen und Käse sind sehr beliebt, Thunfisch nicht so sehr.)

Die Kreativstationen

Traumbilder

Sie brauchen: Spülmittel, Plakafarbe in verschiedenen Farben, große flache Schüsseln, Strohhalme, Papier, kleine Papierquadrate, Bastelleim

Spülmittel in die Schüsseln geben und die Plakafarbe darunter mischen. Mit einem Strohhalm in die Mischung blasen, damit sie schaumig wird.
Vorsichtig ein Blatt Papier daraufhalten, bis sich das Blasenmuster abzeichnet. Jeder malt seinen Traum auf eines der kleinen Papierquadrate
und klebt ihn auf das Blasenbild, so dass die Blasen einen Rahmen für den Traum geben.

Gesprächsthema

Sprechen Sie über Träume, wie Gott durch Träume zu Menschen reden kann und dass die meisten Menschen einen Lebenstraum haben. Wenn
wir versuchen, unseren Traum zu leben, stellen wir vielleicht fest, dass Gott ganz andere Pläne für uns hat, die womöglich noch viel besser sind
als unser Traum.

Ein prächtiges Gewand

Sie brauchen: Den Umriss eines sehr einfachen Mantels auf einem großen Stück Karton, Bänder oder Stoffstreifen, Bastelleim
Jeder wählt ein paar Bänder oder Stoffstreifen aus und klebt sie auf den Karton, so dass es einen richtig schönen Mantel gibt.

Gesprächsthema

Sprechen Sie über das prächtige Gewand, das Jakob seinem Sohn Josef schenkte. Fragen Sie jeden, was zurzeit sein liebstes Kleidungsstück ist.

Mantel-Collage

Sie brauchen: eine Kartonvorlage in Mantelform, Filzstifte, Stoffreste, Scheren, Knöpfe und Pailletten, (eventuell) Sicherheitsnadeln, (eventuell) Nadeln und Garn, (eventuell) kleine Kartonstückchen, Bastelleim

Aus Karton eine Mantelschablone zuschneiden, deren Umriss man mit Filzstift auf ein Stück Stoff übertragen kann. (Eventuell eine kleinere
Schablone für die älteren Teilnehmer und eine große für die Kinder.) Den Mantel ausschneiden, mit Knöpfen und Pailletten verzieren (aufkleben oder annähen) und als Bild auf einen Karton kleben oder an die Rückseite eine Sicherheitsnadel nähen und so einen Anstecker daraus
machen.

Gesprächsthema

Unterhalten Sie sich über das Musical «Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat» oder über den Zeichentrickfilm «Der Prinz von
Ägypten».

Geschenkschachtel dekorieren

Sie brauchen: kleine Spanschachteln, Stoffreste, Knöpfe, Pailletten oder anderes Dekomaterial, eingewickelte Bonbons (nicht zu
hart wegen Erstickungsgefahr)

Mit den Stoffresten, Knöpfen, Pailletten oder anderen Gegenständen kleine Spanschachteln dekorieren. Als Motiv ein Herz oder Kreuz verwenden als Symbol der Liebe. In die Schachtel ein eingewickeltes Bonbon legen und die Schachtel jemandem schenken, den man gern hat.

Gesprächsthema

Sprechen Sie über Geschenke von Freunden oder Familienangehörigen und wie Sie einem Freund oder Angehörigen etwas schenken können,
einfach weil Sie ihn oder sie gern haben.

Brot backen

Sie brauchen: vorbereiteten Brotteig, Backpapier, Stifte, Backbleche, Eigelb oder (eventuell) Milch (an Lebensmittelallergien denken), (eventuell) Backpinsel

Den Brotteig in Streifen schneiden. Jeder Teilnehmer erhält drei Streifen, aus denen er einen Zopf flechten kann. Den Namen auf ein Stück
Backpapier schreiben und den Zopf darauflegen. Mit Eigelb oder Milch bepinseln und im vorgeheizten Backofen (200 Grad/Umluft 180 Grad/
Gas Stufe 3) 15–20 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.

Gesprächsthema

Der Bäcker im Gefängnis, der von feinem Gebäck träumte (1. Mose 40,1–23).

Daumen-Figuren

Sie brauchen: Plakafarbe in verschiedenen Farben, Papier, Filzstifte

Mit Plakafarbe zwölf Daumenabdrücke auf das Papier drucken. Wenn sie getrocknet sind, mit Filzstift Augen, Münder, Bärte und Kleider einzeichnen. Das sind Josef und seine elf Brüder.

Gesprächsthema

Sprechen Sie darüber, aus wie vielen verschiedenen Menschen eine Familie besteht und wie schwierig das Zusammenleben sein kann, wenn
man das Gefühl hat, man sei ganz anders als die anderen. Tauschen Sie sich darüber aus, was Ihnen hilft, mit anderen zurechtzukommen.

Besticktes Nadelheft

Sie brauchen: kleine Rechtecke aus Filz, etwas Stickgarn, Knöpfe oder Pailletten, Bastelleim, Sticknadeln (Vorsicht bei sehr kleinen
Kindern)

Ein Rechteck aus Filz für die Außenseite verwenden. Die Vorderseite mit ein paar Stickstichen verzieren oder Knöpfe oder Pailletten als Verzierung aufnähen. Kleinere Kinder müssen die Dekoration vielleicht aufkleben. Die Älteren wollen eventuell ein paar Stickstiche lernen, um ihre Initialen aufzusticken. Ein etwas kleineres Stück Filz zuschneiden und beide Teile in der Mitte mit Stielstichen zusammennähen. Mittig falten und etwas andrücken, damit ein Heft entsteht. Symbolisch eine Nadel als Beginn der Sammlung hineinstecken.

Gesprächsthema

Sprechen Sie darüber, was man zum Nähen alles braucht und was man mit Stoff machen kann.

Wasserfarbbilder

Sie brauchen: Wasserfarben, Papier, Pinsel, Behälter mit sauberem Wasser, Küchenpapier

Mit bunten Farbstreifen einen Mantel für Josef malen. Welche Farben passen gut zueinander?

Gesprächsthema

Sprechen Sie über die buntesten Kleider, die Sie je gesehen haben. Zeigen Sie Bilder von Kleidern mit außergewöhnlichen Mustern und Formen von bekannten Designern.

Falsche Bärte

Sie brauchen: Kunstpelzreste, Stoffreste in Schwarz und Dunkelbraun, Schere, dunkle Wolle und eine Stopfnadel, (eventuell) Band

Aus den Kunstpelz- oder Stoffresten Dreiecke schneiden, die so groß sind, dass man sie als Bart ans Kinn hängen kann. Ein Loch für den Mund hineinschneiden. Mit einer Stopfnadel und dunkler Wolle auf jeder Seite einen Wollfaden oder ein Band annähen, mit dem man den Bart befestigen und am Hinterkopf zusammenbinden kann. Kleineren Kindern eventuell beim Annähen helfen. So ein Bart ist eine Zierde!

Gesprächsthema

Sprechen Sie über die «bärtigen Ismaeliten», die Josef mit nach Ägypten nahmen und dort als Sklaven verkauften (1. Mose 37,25–28).

Kamel-Anhänger

Sie brauchen: Metallic-Wachsmalstifte, verschiedene Münzen, weiche Bleistifte, Bastelleim, Papier, Schere, dünnen Karton, eine Lochzange, Satinband oder dicken Faden, (eventuell) Laminiergerät

Papier über eine Münze legen und mit Wachsmalstift darüberreiben. Die Abdrucke vorsichtig ausschneiden und jeweils 2 mit der Rückseite
aneinander kleben, so dass auf jeder Seite die Münze zu sehen ist. Nach Möglichkeit die Münzen laminieren, lochen und einen Faden oder ein
Band durch das Loch ziehen. Mit dem Anhänger das Kamel schmücken (oder das Auto oder den Scooter).

Gesprächsthema

Sprechen Sie darüber, wie Josef für zwanzig Silberstücke verkauft und auf einem Kamel von seiner Familie fortgebracht wurde. Kamele wurden mit goldenen Anhängern geschmückt, so wie wir heute oft irgendwelche Gegenstände an den Rückspiegel im Auto hängen.

Die Andacht

Die Kirche oder den Gemeindesaal vorbereiten

Sie brauchen: Bunte Pullover oder Jacken, Kleiderbügel, Spielzeugkamele oder Bilder von Pyramiden, (eventuell) PowerPoint mit Fotos der diversen Kreativangebote, Muster von jedem Kreativtisch, eine große Schachtel oder Tüte (für die biblische Geschichte) mit einem bunten Gewand, einem kleinen Messer, einem kleinen Brot und einem Bild mit einem lächelnden Gesicht

Den Andachtsraum mit bunten Jacken oder Pullovern auf Kleiderbügeln sowie den Spielzeugkamelen oder Bildern von Pyramiden dekorieren. Wenn Sie PowerPoint-Fotos zeigen, starten Sie den Beamer, sobald die Leute hereinkommen.

Liedvorschläge

Kindermutmachlied

Gott hat alle Kinder lieb

Wie ein Fest nach langer Trauer

Biblische Geschichte und Auslegung

Ziehen Sie von den Dekorationen oder gebastelten Gegenständen die Verbindung zu Josef. Holen Sie bei jedem Teil der Geschichte den passenden  Gegenstand aus der Schachtel oder Tüte. Josef hatte elf Brüder. Vielleicht streitest du manchmal mit deinen Geschwistern. Nun, Josef und seine Brüder hatten sehr oft Streit. Das lag zum Teil daran, weil die Brüder neidisch waren auf das prächtige Gewand, das ihr Vater Jakob ihrem Bruder Josef geschenkt hatte. (Holen Sie einen bunten Mantel oder ein buntes Kleid aus der Schachtel oder Tüte.)

Außerdem hatte Josef Träume, die ihnen nicht gefielen. Er träumte zum Beispiel, dass die Sonne, der Mond und elf Sterne sich vor ihm verbeugten. Seine Brüder hielten ihn für einen Angeber. Deshalb machten sie einen Plan, um Josef umzubringen. Sie warfen ihn in einen ausgetrockneten Brunnen, aber dann beschlossen sie, ihn doch nicht zu töten, sondern an ein paar Sklavenhändler zu verkaufen, die gerade vorbeikamen. Die Händler brachten Josef nach Ägypten. Aber die Brüder beschmierten das wunderschöne Gewand mit Ziegenblut und erzählten ihrem Vater Jakob, ein wildes Tier hätte Josef getötet. (Holen Sie ein kleines Messer aus der Schachtel oder Tüte.)

In Ägypten wurde Josef als Sklave verkauft. Obwohl er sehr hart arbeitete, wurde er ins Gefängnis geworfen für etwas, das er gar nicht getan hatte. Im Gefängnis erzählte er anderen Gefangenen, was ihre Träume bedeuteten, und später erzählte er auch dem Pharao, was sein Traum bedeutete. Es würde mehrere Missernten geben und eine große Hungersnot. Deshalb sollte Ägypten Nahrungsvorräte anlegen. (Holen Sie ein kleines Brot aus der Schachtel oder Tüte.)

Die Hungersnot kam über die ganze Gegend – und Ägypten war das einzige Land, in dem es noch etwas zu essen gab. Das war Josef zu verdanken. Josefs Brüder kamen nach Ägypten, um Nahrung zu kaufen, aber sie erkannten Josef nicht. Was sollte Josef tun? Sollte er sich an ihnen rächen, weil sie ihn vor langer Zeit so böse behandelt hatten? Nein! Er sagte ihnen, wer er war, und vergab ihnen. «Ihr wolltet mir Böses tun», sagte er zu ihnen, «aber Gott hat Gutes daraus entstehen lassen. Dadurch konnte ich vielen Menschen das Leben retten.» Da holten sie ihren Vater Jakob nach Ägypten, und Gott führte die ganze Familie wieder zusammen. (Holen Sie ein Bild mit einem lächelnden Gesicht aus der Schachtel oder
Tüte.)

Gott kann Dinge, die falsch laufen, in die Hand nehmen und zurechtbringen, damit etwas Gutes daraus wird. Er will uns als seine Familie zusammenbringen.

Gemeinsames Gebet

Denkt einmal an jemanden, mit dem ihr vor kurzem Streit hattet. Wir wollen Gott sagen, dass es uns leidtut, und ihn bitten, dass er uns hilft,
diesem Menschen zu vergeben und die Sache wieder in Ordnung zu bringen.

Leiter: Danke, Herr, unser Gott, dass du auch aus unseren Fehlern etwas Gutes machen kannst.
Alle: Herr, wir danken dir.
Leiter: Danke für die Ü-Kirche und unsere Familie und alle Freunde, die hier sind.
Alle: Herr, wir danken dir.
Leiter: Danke für unsere Familien und unser Zuhause, für unsere Brüder und Schwestern und alle, die uns lieben.
Alle: Herr, wir danken dir.
Leiter: Danke für unsere Freunde in der Kirche und der Schule.
Alle: Herr, unser Gott, wir danken dir.

Schlussgebet

Herr, wir danken dir, dass deine Kinder auf der ganzen Welt und durch alle Zeiten hindurch eine große Familie sind und dass wir zu deiner Familie gehören dürfen. Hilf uns, auch so zu leben und einander durch dick und dünn zu lieben. Amen.

Ü-Segen

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
(strecken Sie die Hände aus, als wollten Sie ein Geschenk empfangen)
und die Liebe Gottes
(legen Sie die Hände aufs Herz)
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
(fassen Sie Ihre Nachbarn an den Händen)
sei mit uns allen, jetzt und für alle Zeit. Amen!
(Heben Sie beim Wort «Amen» miteinander die Hände in die Höhe.)

Bleib am Ball!

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